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Solitary Moon

Warning: Death Kapitel:3
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Solitary Moon

Mein Name war Moon. Jeder nannte mich so. Mein Gesicht war schön. Von unglaublicher Zartheit und sehr sanft. Viel zu sanft für einen Jungen. Mein Körper war schmal und hatte etwas weibliches. Dennoch war ich groß gewachsen, maß ganze 1,85 Meter.
Auch meine tief türkiesblauen Augen waren nicht die eines Jungen. Einen solchen fixierten sie jedoch. Ungläubig geweitet und das eben Geschehene noch nicht ganz begreifend. Er stand an der Brüstung des Hoteldaches, seine Hand noch hinübergestreckt. Mit einem kalten Lächeln sah er auf mich herab. Auf mich, der fiel.
Hinter ihm stand der Mond hoch am Himmel und verdrängte alle Sterne in seiner Umgebung, erstickte ihr Licht durch das seine. Ja, so war ich immer gewesen. Schön und hell strahlend. Niemand fühlte sich in meiner Nähe wohl, weil ich sie alle erblassen ließ. Niemand mochte mich, jeder kannte mich. Alle hielten sich von mir fern. Ich war einsam. Unendlich einsam. Liebe und Freundschaft hatte ich schon längst vergessen. Doch dann kam er. Er zeigte mir das Leben, suchte meine Nähe. Er rettete mir das Herz, welches ich bereits lange als verloren betrachtet hatte.
Es war nicht schlimm.
Auch wenn ich jetzt wusste, dass er nichts für mich empfand, dass ich für ihn nur ein Stück Fleisch war, so gehörte mein Herz doch einzig und allein ihm.
Ein Lächeln legte sich auf mein Gesicht. Durch seine Hand zu sterben war nicht schlimm, es war die schönste Art in den Tod zu gehen, die ich mir vorstellen konnte. Und eines Tages musste jeder sterben. In diesem Moment, als ich starb, dachte ich an unsere gemeinsame Zeit zurück. An jenen warmen Spätsommertag, an dem alles begann.

* * *

Abwesend schlenderte ich durch den Stadtpark. Er war ziemlich leer, die meisten Menschen arbeiteten um diese Uhrzeit. Meine Arbeit würde jedoch erst in einer halben Stunde beginnen. Ich war Model. Das begehrtste männliche Model meines Landes. Ein Junge vom Land, der in die große Stadt ging und dort in der Fußgängerzone entdeckt wurde. Meine Karriere war traumhaft verlaufen und trotz meiner jungen einundzwanzig Jahre war ich schon reicher als manch ein Manager. Doch ich zog keinen Nutzen aus meinem Geld. Alles was ich brauchte hatte ich. Nur Freunde fehlten mir, doch damit hatte ich mich abgefunden. Tief in Gedanken achtete ich nicht auf den Weg. Ich bog um die Ecke. Irgendetwas prallte gegen mich, bzw. ich gegen es. Meine Mappe und meine Bücher fielen zu Boden. Schnell kniete ich mich hin und hob sie auf. Aber was war das? Auf einmal hielt ich ein Buch in der Hand, das gar nicht meines war. Bürofachkaufmann 3.
„Ich glaube, das ist meines.“
Überrascht sah ich den Sprecher an. Er kniete mir gegenüber und reichte mir meine Mappe.
„Hier, die gehört dir, oder?“ Still nickte ich. Er gab mir meine zwei Lektüren, nahm mir seine aus der Hand und stand auf.
„Tut mir echt Leid, ich habe nicht aufgepasst.“ Er lachte mich an. Ein Sonnenstrahl erhellte sein Gesicht und der Wind fuhr durch seine Haare. Schnell wandte ich den Kopf ab.
„Ich auch nicht. Es ist also genauso meine Schuld.“
Er sah mich musternd an.
„Sag mal, kenn ich dich nicht irgendwoher? Na ja, egal. Ich muss dann weg, mach’s gut.“ Er winkte mir noch einmal zu, drehte sich um und rannte davon. Noch eine Weile saß ich
wie verzaubert da, doch dann erinnerte ich mich an meinen Termin, erhob mich und machte mich auf den Weg.
9.8.06 10:40


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